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BÖL-Projektreader - aktuelle Forschungsprojekte im Bereich Pflanze (PDF-Dokument, 3.5 MB)

Pflanze

Bundesprogramm Ökologischer Landbau: Praxisanwendbare Methode der Humusbilanzierung

Bohrstock mit Bodenprobe für Humusuntersuchungen

18.11.2009

Die Humusversorgung des Bodens nimmt im ökologischen Landbau eine zentrale Stellung ein. Bislang ist es sehr schwierig, den Humusstatus ackerbaulich genutzter Böden einzuschätzen oder Schlussfolgerungen zur Optimierung des betrieblichen Humusmanagements zu ziehen. Ein Forschungsprojekt hat systemspezifische Besonderheiten der Humusreproduktion unter Bedingungen des ökologischen Landbaus untersucht und eine Humusbilanzmethode für den Ökolandbau entwickelt.

Die Untersuchungen wurden in im Rahmen des Verbundprojekts "Entwicklung einer praxisanwendbaren Methode der Humusbilanzierung im ökologischen Landbau" (FKZ 03OE084/1 und /2) von der Technischen Universität München (Lehrstuhl für Ökologischen Landbau) und der Justus-Liebig-Universität Gießen (Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung II, Professur für Organischen Landbau) durchgeführt. Einbezogen wurden acht Praxisbetriebspaare (ökologisch vs. konventionell), drei ökologische Versuchsbetriebe und 16 Dauerfeldversuche. Die Wissenschaftler kamen zu folgenden Ergebnissen:

  • Eine Absicherung von Unterschieden in Niveau und Entwicklung der Humusgehalte unter konventioneller und ökologischer Bewirtschaftung war sowohl unter Praxisbedingungen als auch in den Dauerfeldversuchen kaum mög­lich. Dies machte die Notwendigkeit einer differenzierten Betrachtung der Bewirtschaf­tungssysteme deutlich.
  • Höhere Humusgehalte unter ökologi­scher Bewirtschaftung im Vergleich zu konventionell bewirtschafteten Flächen konnten dann abgesi­chert werden, wenn sich die verglichenen Bewirtschaftungssysteme in Fruchtfolge und/oder Düngung wesentlich unterschieden.
  • Zur Bedeutung der Humusdynamik für die Ertragsbildung bei ökologischer und konventioneller Bewirtschaftung ergaben die Versuchsergebnisse kein einheitliches Bild. Allerdings wurden in der Aus­wertung der Dauerfeldversuche engere Korrelationen zwischen durchschnittlichem Markt­fruchtertrag und fast allen Indikatoren der Humusdynamik bei den ökologischen Parzellen gegenüber den konventionell bewirtschafteten festgestellt.
  • Ein quantitativer Einfluss einer differenzierten Intensität der Grundbodenbearbeitung auf die Humusdynamik konnte weder in Praxisbetrieben noch in Dauerfeldversuchen festgestellt werden.

Die im Rahmen des Projektes entwickelte modellbasierte Humusbilanzmethode (HUMOD) ist eine Weiterentwicklung der dynamischen Humuseinheitenmethode und zeigte in der Anwendung in Dauerfeldversuchen und Praxisbetrieben eine akzeptable Aussagequali­tät. Eine wesentlich bessere Erfassung der Humusreproduktion von Anbausystemen als mit den aktuell etablierten Methoden wird zwar noch nicht erreicht. Der große Vorteil der neuen Me­thode ist jedoch die Möglichkeit der reproduzierbaren Ermittlung von Humusreprodukti­onskoeffizienten für Fruchtarten in unterschiedlichen Anbausystemen unter Berücksichtigung der Standortbedingungen.

Kontakt

Christopher Brock
Justus-Liebig-Universität
Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung II
Professur für Organischen Landbau
Karl-Gloeckner-Straße 21c
35394 Gießen
Tel. +49 641 9937735
Fax +49 641 9937739
christopher.j.brock@agrar.uni-giessen.de
http://www.uni-giessen.de

Die Schlussberichte der im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau (BÖL) bearbeiteten Forschungsprojekte werden im Online-Archiv Organic Eprints veröffentlicht.

Weitere Informationen

Schlussbericht zu BÖL-Verbundprojekt 03OE084/1 und /2 in Organic Eprints
Projektbeschreibung zu BÖL-Projekt 03OE084/1 auf der Bundesprogramm-Homepage
Projektbeschreibung zu BÖL-Projekt 03OE084/2 auf der Bundesprogramm-Homepage


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